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Kolumne: Kapitalmärkte 2010 – Ausblick

Totgesagte leben länger – unter diesem Motto wurden in 2009 viele Anleger von den starken Kursanstiegen bei Aktien und Anleihen auf dem falschen Fuß erwischt. Drohte noch nach dem katastrophalen Anlagejahr 2008 im Frühjahr die Kernschmelze des gesamten Finanzsystems, so konnten die Kapitalmärkte positiv überraschen. Vor allem Unternehmensanleihen (siehe SPOTLIGHT vom 6.12.2008 „Unternehmensanleihen auf der Überholspur“) gehörten zu den Hauptgewinnern des Jahres. Darüber hinaus stiegen fast alle Aktienmärkte, vor allem die der „Emerging Markets“ stark an. Rohstoffpreise schwankten kräftig – Gold erreichte ein USD-Rekordhoch.
Für 2009 prognostizierten wir nach einer anfänglichen Schwächephase bei den Aktienmärkten eine „…liquiditätsbedingte rasante Aufwärtsentwicklung“ die sich bei DAX, Eurostoxx und DowJones fast als Punktlandung wie erwartet ergeben hat. Die ursprünglich prognostizierten 5.800 Dax-Punkte zum Jahresende wurden erreicht. Auch die erwartete Schwäche beim USD auf 1,48 hat sich als
richtig erwiesen. Die Kapitalmarktzinsen zogen noch nicht wie erwartet an.

2010 – Alles …- nur keine Langweile

Wir rechnen in 2010 mit wieder zunehmenden Schwankungen und ansteigender Nervosität an den Finanzmärkten. Wir sehen unter Führung der asiatischen Märkte weltweit einen moderaten Wirtschaftsaufschwung, eine unverändert unterdurchschnittliche Aktien-Investitionsquote bei vielen Anlegern, einen riesigen unattraktiv verzinsten Billionen-Liquiditätsberg und fehlende Anlagealternativen. Viele Investoren sind auch weiterhin überliquide und unverändert risikoscheu. Somit bleibt der Aktienmarkt zu Beginn des Jahres weiterhin attraktiv.
Andererseits gibt es eine rekordverdächtige Anzahl von Insolvenzen bei Unternehmen, rasant ansteigende Arbeitslosenzahlen sowie eine politisch gigantische Herausforderung: die Rückführung der Staatsschulden. Die Probleme um Dubai und Griechenland haben es aufgezeigt: Kredite müssen zurückgezahlt werden. Der begonnene weltweite Entschuldungseffekt wird auch weiterhin omnipräsent sein, voraussichtlich mit einer anziehenden Inflation.

Für 2010 bleiben defensive Aktientitel mit hohen Dividendenrenditen aus den Branchen Versorgung, Ernährung, Infrastruktur und Pharma eine interessante Anlagemöglichkeit. Über das gesamte Jahr rechnen wir nicht mit starken Kurszuwächsen bei Aktienindices, allerdings sehen wir bei 10 – 20%igen Kurskorrekturen an den Märkten günstige Einstiegsmöglichkeiten auch bei zyklischen Industrieaktien.

Diese können, bei aktiver Nutzung zu einer interessanten Basis für ausgeprägtes Renditepotential für das Anlagejahr 2011 führen. Die Notenbanken werden im Verlauf des Jahres die überbordende Liquidität mit ansteigenden Zinssätzen einfangen. Rohstoffpreise bleiben sehr schwankend, aber mit steigender Tendenz.

Kapitalmarktprognose 2010

Aktien: Im ersten Quartal des neuen Jahres rechnen wir, unterstützt von guten Unternehmenszahlen, mit einer weiteren technisch bedingten Aufwärtsentwicklung an den Aktienmärkten. Spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn mit steigenden Kapitalmarktzinsen zu rechnen ist, gehen wir von stärkeren Korrekturen bei Aktien aus. Es könnte also ein „…sell in may – Jahr“ werden. Substanzstarke Dividendenwerte aus den Segmenten: Versorgung, Nahrung und Pharma sollten als „Ankerposition“ in ausgewogenen Portfolios enthalten sein.

PARTNERS VermögensManagement AG

Zinsen: Australien begann bereits, seine Geldmarktzinsen zu erhöhen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte werden wir weltweit ansteigende Zinsen, allerdings von einem extrem niedrigen Niveau bekommen. Die Zinssätze 10-jähriger Anleihen sollten im Zuge dessen ansteigen. Vorsicht vor Kursverlusten. Unternehmensanleihen bleiben selektiv interessant, jedoch sollten Anleger auf eine kürzere Restlaufzeit und eine ausreichend gute Bonität des Emittenten achten. Es wird zu weiteren Rekordinsolvenzen kommen. Die in 2009 erzielten Renditen bei Unternehmensanleihen werden in 2010 sicher nicht wiederholt werden können.

Währungen: Die Weltwährungen USD und EUR werden beide nicht vor Stärke glänzen. Wir rechnen unter Schwankungen mit einem Seitwärtstrend bei EUR/USD zwischen 1,32 und 1,58.

Immobilien: Offene Immobilienfonds werden auch weiterhin mit ansteigenden Leerständen sowie Bestandsabschreibungen kämpfen. Fonds mit relativ hohem Liquiditätsanteil leiden unter den sehr niedrigen Festgeldsätzen. Somit sind die laufenden Renditen aus Fonds auch weiterhin unter Druck. Wir rechnen mit Renditen von max. 3-4% p.a. Bei einzelnen Fonds sind auch Minusrenditen möglich.

Rohstoffe: Energieaktien bleiben für 2010 ein interessantes Investment. Der Ölpreis wird unter Schwankungen zulegen, Gold wird verstärkt zum Spekulationsobjekt. Agrarrohstoffe werden voraussichtlich teurer.

Sonstiges: Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds gehören unseres Erachtens auch 2010 nicht zu den ausgewählten Investitionsmöglichkeiten. Sonstige geschlossene Fonds sollte man unter wirtschaftlichen Aspekten genau unter die Lupe nehmen.

FAZIT: 2010 – ein Konsolidierungsjahr mit Schwankungen, in dem der Vermögenserhalt eine noch größere Rolle spielen sollte als in 2009. Erforderlich sind Geduld und antizyklische Vorgehensweise

Gerne stehen wir Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Verantwortlich für den Inhalt:
Burkhard Wagner
PARTNERS VermögensManagement AG
Maximiliansplatz 18
80333 München
Tel.: +49-89-242139-0
Fax: +49-89-242139-19
E-Mail: info@pvm-ag.de
Internet: www.pvm-ag.de

1 Kommentare zu “Kolumne: Kapitalmärkte 2010 – Ausblick”

  1. Forex Aktuell vom 03.01.2010 um 00:23

    Also ich würde schon auf den Immobilien-Bereich setzen. Auch wenn man keine Fonds mag, sondern direkt in eine Immobilien in einer Stadt investiert, wird sich das auf die dauer sicher lohnen.

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