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Kolumne: Kapitalmärkte nach dem Super-GAU

Japan erlebte das schwerste Erdbeben seiner Geschichte. Das Beben sowie der folgende Tsunami konkretisierte sich zur humanitären Katastrophe, deren Ausmaße noch nicht vollständig abschätzbar sind. Inzwischen werden über 18.000 Tote befürchtet. Zudem belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden nach erster Einschätzung der Weltbank auf 235 Mrd. USD. Eventuelle Folgen des Atomunfalls für Japan und für die gesamte asiatische Region sind derzeit noch nicht absehbar.

Von Beben und Tsunami könnte sich nach einem kurzen Einbruch die japanische Wirtschaft relativ schnell erholen. Diese Erfahrung machte man 1995 nach dem Beben von Kobe, welches Schäden von rund 100 Mrd. USD verursachte. Der japanische Anteil am Welthandel beträgt 4,5%. Die Folgen für die globale Konjunktur erscheinen somit nicht so groß. Jedoch besteht bei einer Eskalation der atomaren Gefahr in der gesamten asiatischen Region weltweit die Gefahr einer psychologischen Schockstarre.

Welche Auswirkungen sind in nächster Zeit bei den verschiedenen Anlageklassen zu erwarten?

Aktien: Günstige Bewertung!

Euro-Schuldenkrise, haussierende Rohstoffpreise, Libyen-Krieg, sowie politische Unruhen im gesamten arabischen Raum verunsichern viele Investoren. Nachdem diese Faktoren noch relativ gut „weggesteckt“ werden konnten, war die Atomkatastrophe in Japan für Anleger der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Aktienmärkte reagierten weltweit umgehend kräftig mit Kursverlusten. Ein Teil dieser Verluste wurden in einer technischen Reaktion bereits wieder aufgeholt.

„Investment-Papst“ Warren Buffett sprach zuletzt von interessanten Kaufchancen, vor allem in Japan. Spätestens im 4. Quartal 2011 sollte die japanische Konjunktur vom Wiederaufbau profitieren.

Erwartete Abkühlung der japanischen Wirtschaft

Japanische Wirtschaft vor und nach dem Erdbeben

Ausgewählte „Blue Chips“ in zukunftsträchtigen Branchen bleiben in den nächsten Monaten attraktiv. Günstige Bewertungen und relativ hohe Dividenden sind interessante Rahmenbedingungen für Aktieninvestments. Hierbei empfehlen sich weiterhin Aktien bzw. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland, Europa, sowie USA. Vor allem der DAX und der EuoStoxx50 erscheinen mit KGVs von unter 11 sehr attraktiv.

Unser zu Jahresbeginn geäußertes DAX-Ziel von 7.800 Punkten erscheint unverändert erreichbar. Die anstehende Dividendensaison mit Dividendenrenditen von aktuell 3,9% sowie die robuste Wirtschaft werden die Kurse auch weiter stabilisieren.

DAX Gewinn seit 2007

Grafik DAX EPS und DAX

Jedoch sollten Anleger die noch nicht gebannte Gefahr eines atomaren Flächenbrandes in Japan und den angrenzenden Staaten mit verheerenden Auswirkungen für Mensch und Ökonomie vor Ort nicht ausblenden.

Geldmarkt/Renten: Zinsen weiter aufwärts!

Bei robuster Konjunktur bleibt nach unserer Einschätzung der Geld- und Rentenmarkt weiter angespannt. Wir rechnen in den nächsten Wochen mit einer EZB-Leitzinserhöhung von 0,25%. Nachdem diese schon längere Zeit erwartet wird und der Rentenmarkt seitdem schwächelt, sehen wir kurzfristig keine Belastungen am „langen Ende“. Bei einem weiterhin positiven konjunkturellen Umfeld gehen wir allerdings von einem weiteren Zinsschritt im 2. Halbjahr aus. Wir bestätigen unsere Erwartung einer 4%igen Rendite für 10- jährige deutsche Staatsanleihen vom Jahresbeginn.

Investments in Anleihen überschuldeter Euro-Staaten bleiben spekulativ, Unternehmensanleihen mit mittlerer Laufzeit bieten eine attraktive Alternative. Ein nicht mehr flächenbegrenzter atomarer Super-Gau in Asien würde Angstkäufe in deutschen Staatsanleihen mit fallenden Renditen nach sich ziehen.

Rohstoffe: Ölpreis im geopolitischen Höhenflug

Die unruhige politische Situation im gesamten arabischen Raum – vor allem in Libyen, Syrien, Algerien und Bahrain wird den Ölpreis auch weiterhin befeuern. Öl-Produktionsausfälle wurden bisher vom Marktführer Saudi-Arabien ausgeglichen. Bei Agrarrohstoffen muss man weiterhin mit Preissteigerungen rechnen. Der seit längerem fallende Gaspreis sollte seine Tiefstpreise gesehen haben.

Immobilien: Japan-Immos mit Abwertungen

Weltweit anlegende offene Immobilienfonds leiden unter der Angst einer atomaren Verseuchung in Japan. Schlagartig würden Milliardenbeträge vernichtet werden, für einzelne Objekte in Tokio bliebe wohl nur die Vollabschreibung. Der „Uni-Immoglobal“-Fonds musste bereits wegen Atomgefahr schließen. Andere Fonds wie z.B. Hausinvest, Grundbesitz Global sowie Deka Immobilien Global mit teilweise 3-stelligen Millionen Japan-Anteil blieben bisher von einer Schließung verschont.

FAZIT: Die Krisenherde Japan, Libyen und Euro- Schuldenkrise werden auch weiterhin zu „breaking news“ führen und die Märkte beeinflussen. Vor allem eine Eskalation des japanischen Atom-Gaus kann weitreichende Folgen nach sich ziehen. „Clean-Energy“-Aktien werden langfristig interessanter. Deutsche Aktien sind erstaunlich günstig. Die Zinsen werden weiterhin steigen und bei Immobilienfonds sollte man, wenn überhaupt, bevorzugt europäisch investieren.

Gerne stehen wir Ihnen für Fragen und weitergehende Informationen zur Verfügung.

Verantwortlich für den Inhalt:

Burkhard Wagner
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