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Kolumne: Neue Krisen-Dimension

Mit den Turbulenzen bei Fannie Mae und Freddie Mac hat die Finanzkrise eine neue Dimension erreicht. Die beiden Hypothekenriesen stehen zusammen für 5,3 Billionen Dollar an Baukrediten. Diese gigantische Summe erklärt, warum die US-Regierung umgehend ein Maßnahmenpaket geschnürt hat, um die Immobilienriesen zu retten. Ein Kollaps der halbstaatlichen Konzerne hätte unabsehbare Folgen und würde wahrscheinlich eine Reihe an weiteren Pleiten unter den Finanzinstituten auslösen. Mit dem Rettungsakt für Freddie Mac und Fannie Mae hat sich die Lage aber nicht entspannt. Bankenexperte Martin Faust, Professor an der Frankfurt School oft Finance, warnt, dass die eigentliche Krise erst noch bevorsteht.

Die desolate Lage des Finanzsystems ist auf jeden Fall beängstigend. Etliche Institute – vor allem aus dem Bausektor – haben bereits schließen müssen. Selbst große Häuser wie die Citigroup sicherten ihre Existenz nur über Kapitalerhöhungen und den Verkauf von Tafelsilber. Dabei beschränkt sich die Misere bislang nahezu ausschließlich auf den Finanzsektor. In der Realwirtschaft sind die Verwerfungen (noch) kaum spürbar. Deutschland hat beim BIP im ersten Quartal den größten Zuwachs seit Jahren verbucht, dank Steuergutschriften ist in den USA im zweiten Quartal mit einem annualisierten BIP-Zuwachs von gut zwei Prozent zu rechnen. Was passiert aber, wenn die Konjunktur – wie von Experten erwartet – einbricht. Dann drohen bei den Banken zunehmend Ausfälle auf Verbraucher- und Unternehmenskredite. Fraglich, ob ein Finanzsystem, das jetzt schon am Krückstock geht, solchen zusätzlichen Belastungen gewachsen ist, zumal frisches Geld immer schwerer einzutreiben ist. Die Ölscheichs haben sich mit ihren bisherigen Engagements die Finger verbrannt und sitzen auf riesigen Verlusten. Neue Mittel dürften sie wohl nur zu deutlich besseren Konditionen bereitstellen – soll heißen bei sehr viel niedrigeren Aktienkursen. Die Börsen dürften ihren Boden daher noch nicht gesehen haben.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 18 Prozent – obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

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