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Quartalszahlen der Deutschen Börse im Zeichen von Eurex-Übernahme & Fusionsplänen

Die Deutsche Börse legte am Mittwochabend überraschend die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2011 vor. Die Begründung dafür lautete, dass das Ergebnis der Deutschen Börse deutlich über den Markterwartungen liegen würde. Auffällig ist, dass die Quartalszahlen unter deutlichem Einfluss der Übernahme der Derivatebörse Eurex und den Fusionsplänen von Deutscher Börse und NYSE Euronext stehen.

Die Deutsche Börse konnte ihren Nettogewinn im dritten Quartal fast verdoppeln. Der Konzernüberschuss stieg um rund 95 Prozent auf ca. 315 Mio. Euro an, während das Betriebsergebnis um 35 Prozent auf 330 Mio. Euro anstieg und somit deutlich über den von Analysten prognostizierten 315,5 Mio. Euro lag.

Die angekündigte vollständige Übernahme der Derivatebörse Eurex hatte dabei einen großen Einfluss auf den fast verdoppelten Nettogewinn der Deutschen Börse. Den Kaufpreis zahlte die Deutsche Börse zum Teil in eigenen Aktien. Die Ankündigung der Übernahme fand im Juni diesen Jahres statt. Die Börsentreiber hatten den in Aktien zu entrichtenden Preis zum damaligen Kurs der Aktie in die Bücher genommen. Da der Kurs inzwischen deutlich gefallen ist, resultiert daraus ein nicht zahlungswirksamer und nicht steuerwirksamer Ertrag von 94 Mio. Euro. Ein Sprecher des Frankfurter Unternehmens erklärte, dass sich der Effekt zum Jahresabschluss auch wieder umkehren könnte, sollte der Kurs wieder steigen.

Der Konzern-Periodenüberschuss, bereinigt um Sonderposten, belief sich nur auf rund 245 Mio. Euro. Dies stellt aber immer noch einen Anstieg um 44 Prozent dar und liegt deutlich über dem von Analysten prognostizierten Gewinn von 213 Mio. Euro. Der Umsatz war auf 605 Mio. Euro um rund 20 Prozent angewachsen und lag somit leicht unter den Erwartungen. Erstaunlich ist diese gute Ertragslage dennoch, da wegen der geplanten Fusion mit der NYSE Euronext die Kosten stiegen.

Die Fusion der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext steht derweil im besonderen Fokus der Analysten und Investoren. Einige Großkunden befürchten, dass es durch den Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber zu einer Monopolbildung in einigen Bereichen und damit zu höheren Handelskosten kommen könnte. NYSE Euronext wies diese Befürchtungen am Montag jedoch zurück. Und die Deutsche Börse betonte erneut, an dem Vorhaben, die Fusion mit der NYSE Euronext bis Ende des Jahres abgeschlossen haben zu wollen, unvermindert festzuhalten. Informierten Kreisen zufolge soll es in der kommenden Woche zu einer EU-Anhörung kommen, die deutsch-amerikanische Börsenfusion betreffend. Anfang Oktober hatte die EU scheinbar in ihrem Schreiben Bedenken zur Fusion der beiden Börsen ausgedrückt. Die EU wolle bei ihrer Wettbewerbsprüfung nur den börslichen Handel in Europa berücksichtigen. Das Problem ist dabei, dass der europäische Börsenhandel zu mehr als 90 Prozent von den beiden Tochterbörsen Eurex und Liffe beherrscht wird. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Deutsche Börse und die NSYE Euronext für eine umfassendere Betrachtung der Fusionspläne einsetzen, da unter Einbeziehung des außerbörslichen Derivatehandels der Anteil, den Deutsche Börse und NYSE auf sich vereinen würden, bei unter 20 Prozent liegt.

Die Deutsche Börse und die NYSE Euronext hatten bereits am 9. Februar diesen Jahres bekannt gegeben, dass man sich in fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen befände. Für eine erfolgreiche Durchführung der geplanten Fusion sind insgesamt 47 Einzelgenehmigungen auf beiden Seiten des Atlantiks nötig. Zu den wichtigsten Urteilen gehört das der EU-Kommission, das erst Mitte Dezember erwartet wird.

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