Ratingagenturen kündigen Prüfung weiterer Herabstufungen an
Die Herabstufungen von Kreditwürdigkeiten durch die Ratingagenturen gehen weiter. Nachdem die Ratingagentur Fitch letzte Woche die Kreditwürdigkeit Spaniens bereits um zwei Stufen von “AA+” auf “AA-” herabgestuft hatte, erfolgte am Donnerstag (Ortszeit) die Herabstufung Spaniens durch Standard & Poor’s.
Die Kreditwürdigkeit des Landes wird demnach um eine Stufe von “AA” auf “AA-” gesenkt. Die Agentur sprach zudem von einem negativen Ausblick, was bedeutet, dass Spanien eine weitere Herabstufung droht. Der Grund für die Herabstufung sind die ungewissen Wachstumsaussichten Spaniens. Dazu gehören die hohe Arbeitslosigkeit, die schwierige Finanzsituation und eine wahrscheinliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums bei den wichtigsten Handelspartnern Spaniens.
Die Herabstufung setzt Spanien weiter unter Druck, da Herabstufungen höhere Zinsen bei einer neuen Schuldenaufnahme zur Folge haben. Am Dienstag hatte S&P bereits die Ratings der zehn größten Geldinstitute Spaniens gesenkt, darunter die großen Banken Banco Santander und BBVA, die nun auf der Stufe “AA-” stehen.
Die Ratingagentur Fitch kündigte außerdem an, die Herabstufung von insgesamt zwölf großen Banken zu prüfen. Dazu könnte die Deutsche Bank gehören, aber auch die französischen Banken BNP Paribas und Crédit Agricole, die US-Geldinstitute Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie das Schweizer Geldinstitut Credit Suisse. Als Grund dafür gab Fitch an, dass die Geschäftsmodelle dieser Banken in besonderer Weise für die wachsenden Schwierigkeiten seien, denen sich die Finanzmärkte gegenüber sähen. Experten spekulieren über eine Abstufung der Deutschen Bank um eine oder höchstens zwei Stufen auf der Bonitätsskala. Bisher stuft Fitch die Deutsche Bank bei “AA-” ein.
Die Landesbank Berlin und die Berlin-Hannoversche Hypothekenbank wurden von Fitch bereits um eine Stufe auf “A+” herabgestuft. Die Schweizer Großbank UBS stufte Fitch ebenfalls um eine Stufe auf “A” herab, die Bonität der britischen Banken Lloyds Banking Group und Royal Bank of Scotland wurde um eine Stufe heruntergesetzt. Dies wurde damit begründet, dass die Regierungen der beiden Länder immer weniger dazu bereits seien, Banken eventuell mit Steuergeldern zu stützen.
Derweil stellte Portugals Regierungschef Coelho am Donnerstagabend den vom Kabinett beschlossenen Haushalt für 2012 vor. Dieser sieht weiter harte Sparschnitte für das hoch verschuldete Land vor. Portugal hatte vom internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU im Mai die Zusage für ein Hilfspaket von 78 Milliarden EUR erhalten. Im Gegenzug erfolgte die Verpflichtung zu strikten Sparmaßnahmen.


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